DIE HAUSHALTUNG GOTTES
BAND 1

Die Urgeschichte der Menschheit

- Kapitel 37 -


 

10. August 1840

 
   
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Jedoch der Freiheit des Geistes unbeschadet blieb auch dieses Volk nicht immer ganz dasselbe. Nach der Rechnung etwa einhundertundzwanzig Jahre nach der Sündflut wuchsen die Nachkommen Sihins ebenfalls zu einem bedeutenden Volke an und gerieten oft in verschiedene Zwiste und bildeten solchergestalt Parteien, die sich in ihren Gebräuchen und Gottesdiensten unterschieden. Einige behaupteten, nur die Erstgeborenen seien leitungsfähig; andere sagten, die Erstgeburt sei nichts Vorzügliches, da öfter weibliche Erstgeburten zum Vorschein kämen, - daher die Leitungsfähigkeit dem allzeit verständigeren Herzen anheimgestellt werden müsse. Das griffen wieder andere aus dem Volke auf und sagten: ,,Wenn es sich nur ums Herz handelt, warum soll denn nicht auch das verständige Herz eines unteren Bruders fähig zur Leitung sein?" Einige aber verwarfen wieder alles und sagten: ,,Wie es war im Anfange, so soll es bleiben bis ans Ende der Zeiten!" Einige sagten, man solle überall und allzeit Gott um Rat fragen und nie eigenmächtig urteilen und handeln. Darauf erwiderten wieder andere: ,,Wenn dem so ist, so kann das ja ein jeder tun; wozu denn hernach ein oder auch noch mehrere Leiter?" - Andere wieder sagten, Gott offenbare Sich nicht jedem, damit die Menschen sich dadurch nicht entbehrlich werden möchten. Darauf entgegneten wieder andere: ,,So soll denn jeder Seher lehren, was er vernommen, und die Leitung Gott anheimstellen; wozu dann einer oder mehrere Leiter?" Wieder andere bemerkten: ,,Wer aber bürgt uns dafür, daß ein solcher höher stehen wollende Seher und Lehrer auch wohl allzeit Gottes Wort redet?" Andere wieder sagten darauf: ,,Ja, wenn man den Lehrern nicht mehr unbedingt glauben kann und darf, dann sind uns Leiter und Lehrer ja zunichte!" Und dergleichen Witzeleien mehrere, wodurch denn auch geschah, daß da eine Menge Sekten gestiftet wurden und dadurch das Reich in sehr verschiedene Leitungs- und Lehrzweige zerfiel und so zersplittert fortdauerte bis in das Jahr 3700 nach der Erstehung Adams, allwann der sogar euren besseren Geschichtsschreibern schon etwas bekannte Hehu-Tsin's-Linie (Schutzmauer)-Erbauer namens Tschi-Hoang-Ti (weiser Alleinleiter des Volkes) auftrat, dem Volke gar gewaltig zu predigen anfing und ihnen prophezeite, wie ein großes Volk unweit ihres Landes Grenze sie heimlich ausgekundschaftet hätte; und wenn sie nicht samt und sämtlich zusammengreifen würden, um längs des ganzen Reiches eine hohe und dicke Mauer aufzuführen, so würde dieses Volk in Massen voll Kraft hereinstürzen und sie allesamt übel umbringen.
 
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