DIE HAUSHALTUNG GOTTES
BAND 1

Die Urgeschichte der Menschheit

- Kapitel 45 -


   
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Wer aber da meinen würde, der Bruder rede Dinge aus sich und nicht aus Gott, so seine Zunge gesegnet wurde, der würde über sich selbst das Gericht aussprechen in seinem Eigendünkel, da er meine, daß auch er so gut wäre und Gott ja durch eines jeglichen Mund reden könne und müsse, und es müsse nicht gerade der des Henoch sein; aber da sage ich, euer aller Leibesvater und Zeuger eurer Seele aus Gott: Es ist dem nicht so! Sehet an die Blumen auf dem Felde! Ist nicht eine jede anders in der Gestalt, Farbe, im Geruche und in dem Gebrauche - und ist aus allen die edelste doch nur die Rose mit ihrem überherrlichen Geruche und ihrem jegliches schwache Auge stärkenden Taue, so zuvor durch den Geruch erquickt wurde das Herz?! Und so ihr betrachtet die zahllosen Sterne am Himmel, so werdet ihr finden, so ihr sie genau beachtet, daß auch nicht zwei ein und dasselbe Licht haben; aber nur einer unter all den Sternen, welche nicht verlassen ihre Gemeinde, den ihr den ,Stern Ahbels` nennt, ist, der da strahlt gleich einem hellen Tautropfen in der Morgensonne! Es ist zwar Gott einerlei Sorge um ein Sonnenstäubchen oder um eine Sonne, und es ist Ihm einerlei, zu ernähren eine Mücke oder ein Mamelhud; denn es ist, wie wenn jemand viel hat, so kann er davon geben Großes und Kleines mit demselben Willen und derselben Liebe: dem, der vieles bedarf, vieles und dem, der nur weniges bedarf, nur eine kleine Gabe, und er kann auch vielerlei Gaben austeilen, dem einen dieses und dem andern jenes, und so jedem etwas anderes. Henoch aber wurde beteilt mit Liebe und erhielt eine gesegnete Zunge und ein wohlerleuchtetes Herz; daher soll er auch geben, was er erhielt. Und weil da die Liebe Gottes sein Anteil wurde, so soll er nun auch Liebe wiedergeben, gleichwie die Rose das gibt, was sie erhielt, und niemand zweifelt, daß sie es zuvor von Gott erhalten hat, was sie gibt, da es eine gute Gabe ist, die unseren Sinnen frommt. Wer wird je zweifeln können, woher die Gabe Henochs kommt, wenn seine Zunge vor lauter Liebe Gottes bebt?!
 
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