DIE HAUSHALTUNG GOTTES
BAND 1

Die Urgeschichte der Menschheit

- Kapitel 97 -


 

4. Juni 1841

 
   
2  
3  
4
Wer möchte es zählen, was alles mir in meiner mit geringem Erfolge lange durchlebten Nacht aufgefallen ist, über wie vieles ich nachgedacht und oft auch fruchtlos geweint habe, wie oft ich zu meinem Gott und eurem Gott gebetet und geseufzt habe?! Euch gab ich Licht; ich selbst aber blieb beständig in dem betrüglichen Schimmer der unverweisbaren Nacht meines eigenen Herzens begraben. Nichts vermochte mich dauernd im Lichte zu erhalten. Die Reden Henochs und aller anderen, von gutem und wahrem Geschmacke, waren gleich den nächtlichen Blitzen, deren grelles Licht wohl auf Augenblicke die Fluren der Erde erleuchtet, aber gleich darauf das erstaunte Auge des Forschers mit der dicksten, undurchdringlichsten Finsternis straft. Und wahrlich, liebe Kinder, mir ging es nach jeder Rede um kein Haar besser! Denn ich verstand gerade das, was da gesagt wurde; so ich aber daraus vor- und rückwärts zu denken und zu forschen begann, da wollte der schwache Schimmer nicht mehr ausreichen, und mir ward der ferne Baum zu allem, was meine Einbildung aus ihm machen wollte, - nur zur bleibenden Wahrheit ward er mir nicht! Und um nichts besser war das Licht der nächtlichen Blitze. Ich glaubte oft, die Sache anfassen zu müssen; allein ehe ich mich noch selbst fassen konnte ob des plötzlich starken Glanzes, mußte ich denn alsbald wieder gewahren, daß nicht nur der Gegenstand, nach dem meine Hand greifen wollte, sondern auch die fruchtlos ausgestreckte Hand meiner Sehe in der undurchdringlichsten Nacht entschwunden war.
 
5  
6  
7  
8  
9  
10  
11  
12  
13